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Die Geschichte Mallorcas im Überblick

Geschichte

Mallorca hat eine sehr bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Historiker sind sich einig und Funde in Felsgrotten beweisen, dass vor rund 6000 Jahren schon Menschen auf Mallorca gelebt haben. Seevölker aus dem östlichen Mittelmeer entdeckten ca. 1300 v.Chr. Mallorca und ließen sich nieder. Die Talaiotkultur hatte ihren Ursprung. Zeugen der Kultur findet man auf Mallorca bei Llucmajor und Arta. Um 654v.Chr. wurden auf Ibiza und später auch auf Menorca die ersten Kolonien der Karthager gegründet. Ob sich diese auch auf Mallorca ansiedelten ist bis heute unklar.

Von 264-241 v.Chr. fand der erste Punische Krieg statt, aus denen die Karthager siegreich hervorgingen. Zu dieser Zeit kämpften die Mallorquiner, bewaffnet mit Steinschleudern, als Söldner für die Karthager. Nach dem zweiten Punischen Krieg im Jahre 123 v.Chr. fiel Mallorca an die Römer, wodurch der römische Konsul Quintus Caecilius Metellus den Beinamen Balearius erhielt. Unter den Römern wurden unter anderem Pollenca und Palma gegründet. Die Römer förderten die Infrastruktur, die Ölbaumkultivierung, den Ackerbau und die Salzgewinnung.

Etwa um 430 n.Chr. besetzten die Vandalen Mallorca und eine Schreckensherrschaft begann. Städte wurden verwüstet, die Menschen niedergemetzelt und alles Wertvolle verschwand übers Mittelmeer. Um 534 n.Chr. nahm Belisar Kurs auf Mallorca und stellten es unter byzantinischen Einfluss. Im Jahre 902 eroberten die Araber endgültig die Balearen und eine Zeit der Blüte begann. Den Mauren ist der Ausbau der Bewässerungsanlagen und der Terrassenanbau zu verdanken. Es wurden Mandel-, Aprikosen- und Apfelsinenbäume auf die Insel gebracht.

Orte wurden gegründet und prachtvolle Gebäude entstanden. 1203 fielen die Balearen unter die Herrschaft des maurischen Königreich der Almohaden, die den christlichen Glauben unterdrückten. 1229 machte sich eine Flotte von 155 Schiffen, unter dem Befehl von JaumeI. auf den Weg nach Mallorca. Im September 1229 landeten sie bei Santa Ponca. Aber erst nach einer 3 monatigen Belagerung konnten sie in der Silvesternacht 1229 endgültig Palma erobern. Immer noch wird jedes Jahr am 31. Dezember in Palma das Fest der Fahnen, zum Gedenken an den König Jaume I gefeiert. Nach dem Tod von Jaume I im Jahr 1276 herrschte sein Sohn Jaume II weiter und verhalf der Insel zu steigendem Wohlstand.

1349 wurde Mallorca nach erbitterten Kämpfen dem Königreich Aragon einverleibt. Als Hungernöte und Pestepedemien die Insel heimsuchten ging es der Landbevölkerung sehr schlecht. Man lag ständig im Streit mit dem Stadtadel und um 1450 folgten die Bauernaufstände. Nachdem Columbus im 15. Jh. Amerika entdeckte und der Seehandel sich nun auf den Atlantik konzentrierte, verlor der Seehandel im Mittelmeer an Bedeutung. Das hatte den Ruin der Balearen zur Folge.

Gegen Ende des 15.Jh wurde Mallorca immer öfter von Piratenüberfällen heimgesucht. Die türkischen Piraten verwüsteten Ortschaften und töteten die Einwohner. Die Mallorquiner verlagerten die Siedlungen ins Landesinnere, an der Küste wurden nur noch kleine Häfen erhalten. Aus dieser Zeit stammt das Netz der Wach-und Verteidigungstürme, die überall errichtet wurden. Diese waren ständig besetzt. Durch Rauchzeichen und Feuer wurden von hier aus die übrige Bevölkerung vor den Piraten gewarnt.

Erst als Frankreich Algerien zu seiner Kolonie machte, endete auch die Piraterie im Mittelmeer. Im Spanischen Erbfolgekrieg kämpften Mallorca und Ibiza mit den Habsburgern gegen die Bourbonen. Mit dem Friedensvertrag von Utrecht endete 1715 der Erbfolgekrieg und Mallorca wurde Philipp V. zugesprochen.
Im 18.Jh nach der Französischen Revolution flüchteten viele Franzosen nach Mallorca. Durch Handel und Weberei erhielt Mallorca wirtschaftlichen Aufschwung. Als 1833 Isabella II. den spanischen Königsthron bestieg, folgte die Säkularisierung aller kirchlichen Besitztümer Spaniens. 1873 wurde die erste spanische Republik ausgerufen. Diese konnte sich jedoch nicht lange halten und 1874 bestieg Alfonso XII. den Thron.
Nach dem Spanischen Bürgerkrieg von 1936-1938 begann 1939 die Herrschaft des Generals Franco. Um 1950 hielt der Massentourismus Einzug auf Mallorca. Mit dem Tod Francos endete 1975 die Diktatur Spaniens. Unter dem König Juan Carlos wurde mit dem Aufbau einer parlamentarischen Demokratie begonnen. Der Massentourismus hält bis heute an und jedes Jahr wird Mallorca von Millionen von Urlaubern bevölkert.

Die Talaiolot-Kultur auf Mallorca

Etwa um 1300 v.Chr. entwickelte sich auf Mallorca und Menorca die Talaiolot-Kultur. Diese wurde aller Wahrscheinlichkeit von Völkern aus dem östlichen Mittelmeer geschaffen. Der Unterschied zu früheren Kulturen war ein neues Sozial- und Wirtschaftssystem. Auch der Baustil war neu. Die Wach-und Wohntürme, die Talaiolots wurden mit großen Steinblöcken errichtet. Die Blöcke wurden aufeinandergestellt, ohne das eine Art von Mörtel benutzt wurde. Der Grundriss war in der Regel rund oder viereckig und bestand aus zwei Kammern. Es wurden auch Gebäude mit zwei Stockwerken gebaut. Später wurden die Talaiolots von einer schützenden Mauer umgeben. Die Wohnhäuser im Inneren der Mauer drängten sich um ein zentrales Gebäude, welches wohl ein Heiligtum war. Die bedeutensten Ausgrabungsorte auf Mallorca sind 'Capocorb Vell' südlich von Llucmajor und 'Ses Paisses' bei Artá.

Die Mauren auf Mallorca

Noch heute gibt es Bauwerke auf Mallorca, die an die Zeit erinnern, als die Mauren auf Mallorca herrschten. In den 300 Jahren, die die Mauren auf Mallorca herrschten brachten sie der Insel Wohlstand und Reichtum. Einer Legende nach war es der Kaufmann Isam al-Khaulai, der während eines Unwetters auf Mallorca strandete und sich einige Zeit hier aufhielt. Als er auf das Festland zurückkehrte erstattete er dem Emir Abd-Allah von Córdoba Bericht und schwärmte von der Schönheit Mallorcas. Der Kaufmann wurde mit der Eroberung Mallorcas betraut. Im Jahr 902 erfolgte dann die Eroberung Mallorcas. Nun wurde viel getan auf der Insel. Die Hauptstadt Palma wurde in Medina Mayurka umbenannt. Paläste wurden gebaut, unteranderem der Almudaina Palast. Etwas später wurden die Banys Árabs gebaut. Die Bäder waren Treffpunkt von Männern und Frauen, die sich hier natürlich getrennt voneinander Geist und Körper reinigten. Al-Khaulani starb im Jahr 913. 947 übergab sein Sohn die Macht an Al-Muwaffak. Dieser entwickelte sich zu einem gefürchteten Piraten. Der Stützpunkt der Piratenflotte war Mallorca. Von hieraus machten sie das Mittelmeer unsicher. Die Landbevölkerung dagegen machte Mallorca zu einem Garten. Es wurden Apfelsinen, Mandeln, Feigen, Granatäpfel, Pfirsiche, Aprikosen, Wein und Gemüse angebaut. Aus dieser Zeit stammt auch die Kunst der bemalten Keramikfliesen. Hundert Jahre später wurde Mallorca Teil des maurischen Königreichs Dé nia. Weiter bauten sie die Bewässerungsanlagen aus, kultivierten den Terrassenanbau und gründeten Städte. Der neue Statthalter hieß Ali ibn Mujahid und war den Christen über noch toleranter. Es wurden sogar Priesterweihen erlaubt. Die Herrscher auf Mallorca begannen dem Festland zu trotzen und strebten nach Unabhängigkeit. Derzeit begann die Vormachtherrschaft der Mauren in Südeuropa zu wanken. Der Grund waren Reiberreien der verschiedenen maurischen Königreiche. Da die Piraterie der Mauren den Seehandel im Mittelmeer stark gefährdete, versuchten die Pisaner und Katalanen dem ein Ende zu setzen. Sie starteten eine Offensive gegen Mallorca und besetzten 1115 Palma. Diese Besetzung hielt nicht lange stand und Mallorca ging wieder ganz an die Mauren. 1203 gehörte Mallorca zu dem maurischen Königreich der Almohaden. Diese unterdrückten konsequent den christlichen Glauben. Ihre Herrschaft dauerte an, bis Jaume I. König von Aragón, in der Silvesternacht 1229 Mallorca eroberte.

Königreich Mallorca

'Königreich Mallorca'? Lange ist es her. Genaugesagt über 700 Jahre und lange hat es auch nicht gedauert. Nur 73 Jahre lang war Mallorca ein unabhängiges Königreich.

Alles begann im 12. Jh. als sich Christen und Mauren die iberische Halbinsel teilten. Die Mauren herrschten noch im südlichen Teil, während der nördliche Teil in mehrere Königreiche aufgeteilt war. Die christlichen Königreiche kämpften parallel gegen die Mauren. Auf Mallorca lebten unter der Herrschaft der Mauren auch Christen und Juden. Dank der guten Verwaltung ist Mallorca unabhängig und kann sich selbst versorgen.

Doch die maurischen Piraten trieben im Mittelmeer ihr Unwesen. Auf dem Festland entschied man sich, die Mauren von Mallorca zu vertreiben. Der Graf von Barcelona, Berenquer, zog schon 1114 aus, um Mallorca zu erobern. Kehrte aber 1115 unverrichteter Dinge zurück. Am 1. September 1229 machte sich eine Flotte von 155 Schiffen, unter dem Befehl von Jaume I. auf den Weg nach Mallorca. Ein heftiger Sturm hätte das Unterfangen fast zum Scheitern gebracht. Aber die Flotte erreichte Mallorca und ging bei Santa Ponca an Land. Man stieß auf heftigen Widerstand der Mauren. Erst in der Silvesternacht 1229 konnte man endgültig Palma einnehmen. Die Mauren ergaben sich. Zwar kam es immer wieder zu Kämpfen, mit Widerständlern, aber als auch die letzte Bastion, das Castell de Alaró fiel, waren die Mauren 1232 endgültig besiegt.

Der junge König Jaume I. begann mit dem Bau der Kathedrale. Das Land verteilte er unter seinen Vertrauten und der Kirche auf. Er selbst sprach sich die Hälfte der Insel zu. Mallorca ging es gut, die Piraterie war ersteinmal gestoppt und die Wirtschaft wurde angekurbelt. Auch das Schloß Bellver befand sich im Bau.

Nach einer Herrschaft von 36 Jahren starb Jaume I. Sein Reich wurde unter den beiden Söhnen aufgeteilt. Der ältere Sohn bekam Aragón, Valencia und Katalonien. Der jüngere, die Balearen, das Roussillon und Montpellier. Als Jaume II. gründete er das unabhängige Königreich Mallorca. Städte wie Manacor, Llucmajor und Felanitx wurden gegründet, das Schloss Bellver vollendet. Die Residenz des Königs wurde nach Sineu verlegt. Aber es kam zu Reiberreien innerhalb der Königsfamilie. 1286 versuchte der Nachfolger seines Bruders Pedro, Alfons von Arogon, Mallorca zu erobern. Er drang sogar bis zum Schloss von Alaró vor und ließ nach der Eroberung des Schloßes die beiden Hauptleute Cabrit und Bassa bei lebendigem Leib rösten. Aber Jaume II. behielt letztendlich die Oberhand. Unberührt der familiären Streitereien, entwickelte sich Mallorca prächtig. Der Nachfolger von Jaume II. wurde sein Asthmakranker Sohn Sanxo I.. Er regierte nur 13 Jahre und hinterließ keinen Thronfolger. Dessen Nachfolge trat 1324 sein Neffe als Jaume III. an. Aber in Aragonien plante man schon wieder einen Schlag gegen Mallorca. 1343 besetzte Pere III. von Aragon Mallorca. Beim Versuch die Insel zurückzugewinnen, starb Jaume III. bei der Schlacht von Llucmajor, am 25.10.1349 auf dem Schlachtfeld. Nun wurde die Insel dem Königreich von Aragon einverleibt. Damit war auch die Blütezeit der Insel vorbei. Aragonien machte die Insel lehenspflichtig und presste sie aus. Auf der Insel kam es zu Hungersnöten, Pestepidemien und Piratenangriffe suchten die Insel heim. Der Stadtadel wurde immer reicher und die Landbevölkerung verarmte. In den Jahren 1391 - 1450 kam es immer wieder zu Bauernaufständen.

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