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Umweltschutz auf Mallorca

Während in den 70er und 80er Jahren Naturschutz und Umwelt ein Fremdwort waren, drängen sich diese Begriffe seit Anfang der 90er immer mehr in den Vordergrund. Vor allem bei den jungen Mallorquinern besteht ein großes Interesse am Erhalt der Natur Mallorcas. Auch die Umweltorganisation Grup Balear d'Ornitologia i Defensa de la Naturalesa kurz GOB setzt sich für den Erhalt der Natur ein. Die 1973 gegründete Organisation zählt heute ca. 4000 Mitglieder und ist die wichtigste Naturschutzorganisation auf den Balearen. Dem Einsatz der GOB ist es zum Beispiel zu verdanken, dass die Insel Cabrera zum Nationalpark erklärt wurde und dass der Naturpark Mondrago entstanden ist. Auch dass der Strand Es Trenc, sowie die Insel Dragonera vor Bauspekulanten bewahrt wurden, geht auf das Konto der GOB. Die Bausünden früherer Jahre sollen Geschichte sein. Man bemüht sich nun die Bebauung in die Natur einzupassen. Auch wurden die Baubestimmungsgesetze verschärft, um eine Zersiedelung der Landschaft zu verhindern. Auf großen Widerstand bei der Bevölkerung ist auch der geplante Ausbau der Autobahnen auf Mallorca gestoßen. Überall schließen sich Menschen zusammen um den Bau zu verhindern. Seit einiger Zeit wird auf der Baleareninsel auch der Hausmüll getrennt. Zwar hat man damit noch so seine Probleme, aber ein Anfang ist gemacht.

Eines der größten Probleme Mallorcas ist die Trinkwasserversorgung. Außerhalb der Saison kommt die Insel mit dem Trinkwasser über die Runden. Aber was passiert, wenn im Sommer Millionen von Urlaubern auf die Insel kommen, die in der Regel mindestens einmal pro Tag duschen? Wenn es dann auch noch wochenlang nicht regnet und die Felder bewässert werden müssen. Natürlich sollen auch die vielen Golfplätze der Insel in einem frischen Grün erstrahlen. Woher soll nur das ganze Wasser kommen? Das Wasser für den Raum Palma gelangt von den Stauseen Cuber und Gorge Blau über Pipelines aus den Bergen. Aber im Sommer sinkt der Wasserpegel der Seen drastisch. Zudem gibt es noch zwei Meerwasserentsalzungsanlagen auf der Insel. Größter Lieferant von Trinkwasser sind die Tiefbrunnen, die leicht salziges Wasser nach oben pumpen. Auf dem Land wird teilweise Regenwasser in Zisternen aufgefangen. Reicht das aber alles nicht um die Insel mit genügend Wasser zu versorgen, bringen große Tankschiffe Trinkwasser vom Festland auf die Insel. Vor einigen Jahren sind auch die ungeklärten Abwässer einfach ins Meer geflossen. Heute werden sie gereinigt und für die Bewässerung von Grünanlagen und Golfplätzen genutzt. Dieses passiert aber nur zu einem Teil. Der Rest wird weiterhin, allerdings gereinigt, ins Meer gelassen. Ein weiteres Problem ist die Müllbeseitigung. Es wurden zwar Müllverbrennungsanlagen gebaut, um die Mülldeponien zu entlasten, aber nun stellt sich die Frage, wohin mit den Verbrennungsrückständen? Auch der Verkehr auf Mallorcas Straßen wächst ständig an. Die Insel hat die größte Verkehrsdichte Spaniens. Kommen dann im Sommer noch Tausende von Leihwagen dazu, ist das Verkehrschaos vorprogrammiert.



Lebendige Natur

Für die neuen Generationen Mallorcas gibt es keinen größeren Stolz als der auf ihre Landschaft. Die öffentliche Verwaltung ist sich dessen bewußt und hat sich entschlossen, sich intensiver für ihren Schutz einzusetzen und sie dem Besucher vor Augen zu führen. Mallorca birgt alle nur erdenkliche Vielfalt, die jeden begeistern wird. Von den langen Sandstränden im Südosten, allen voran der traumhafte Es Trenc und die angrenzenden Strände, bis hin zu den Steilküsten, die die Profile der Serra de Tramuntana abschneiden, die Überraschungen, die die Landschaft der Insel birgt, gehört zu den wenig beschriebenen Kapiteln von denen, die dem Stereotyp von Sonne, Swimmingpool und Liegestuhl erlegen sind. Zur Erholung des Besuchers gibt es dies natürlich auch, doch sollte man sich von Mallorca ein vollständiges Bild machen. So gibt es z.B. unzählige Quadratkilometer, die vom Bauboom verschont wurden und für die künftigen Generationen erhalten bleiben.

Die unter Schutz gestellte Fläche auf Mallorca beträgt ca. 40% des Gesamtterritoriums. Darunter befinden sich die Naturparks S'Albufera, Sa Dragonera und Mondragó, sowie der Nationalpark Cabrera-Archipel. Außerdem ist die gesamte Serra de Tramuntana, die bergige Wirbelsäule, die die Insel von Norden nach Süden durchschneidet und steil ins Meer abfällt und am Horizont unvergleichliche Farbspiele zeichnet, unter Landschaftsschutz gestellt.

S'Albufera, in der Bucht von Alcúdia im Norden gelegen, ist das größte Feuchtgebiet der Illes Balears. Durch einen ausgedehnten Dünenstreifen ist sie vom Meer getrennt. Man kann das Gebiet besichtigen, indem man der Ausschilderung folgt. S'Albufera ist ein Paradies für Ornithologen. Im Herbst und im Frühling kann man die größte Artenvielfalt erleben.

Der Naturpark Mondragó befindet sich im Gemeindegebiet von Santanyí, im Südosten Mallorcas. Hier liegt einer der am meisten fotografierten und geschätzten Strände der ganzen Insel. Die Beobachtung von Zugvögeln oder ein Rundgang durch die sandigen Zonen und durch die Feuchtgebiete sind besonders empfehlenswerte Alternativen zu Zeiten, an denen der Touristenstrom etwas abnimmt. Nicht zu vergessen dabei die unterschiedlichen thematischen Ausstellungen, die sich in verschiedenen zu diesem Zweck wieder errichteten Steinbauten befinden. Auf den zwei größeren angrenzenden Inseln gibt es noch andere Naturparks: Sa Dragonera (Dracheninsel) und Cabrera. Erstere bietet ihren Betrachtern von der Küste in Sant Elm, im Gemeindegebiet von Andratx, eine traumhafte Silhouette. Von dort fahren Schiffe ab, auf denen man vom Meer aus die Südseite der Tramuntana-Bergkette, deren ansehnlicher Ausläufer Sa Dragonera ist, besser kennenlernen kann.

Die Kolonien von Seevögeln haben auf dieser Insel weitgehend ihre Ruhe vor den Menschen. Ähnlich ist es auf dem Cabrera-Archipel, der sich südlich von Mallorca befindet. Seine mehr als 1500 Hektar verteilen sich auf zahlreichen Felseninseln, die alle von kristallklarem Wasser umgeben sind, das in alle Blautöne scheint. Sie verfügt über eine Burg, einen kleinen Hafen für die Schiffe, die täglich für eine Ankerung zugelassen sind, sowie ein kleines Museum über die Geschichte Cabreras, voller erstaunlicher Episoden, und das Naturerbe des Nationalparks.

Bei einer Rundfahrt über Mallorca darf die Serra de Tramuntana auf keinen Fall fehlen. Ein Ort, der von Künstlern, Philanthropen und Bohemiens aller Winkel dieser Erde mit einem Mythos umgeben wurde, von Chopin über Robert Graves bis hin zu einem seiner größten Wohltäter: dem Erzherzog Ludwig Salvator von Österreich. Von Port d'Andratx bis zur Halbinsel Formentor ist die mallorquinische Bergkette, in der besonders die herrlichen Steineichenwälder hervorzuheben sind, eine ständige Abfolge von außergewöhnlichen Naturszenarien. Sa Calobra, Torrent de Pareis, Cala Tuent, Lluc Alcari, Na Foradada, das Kloster Lluc, Cala Deià, die Terrassenbeete von Estellencs und Banyalbufar, Torre de ses Animes...

Der Besucher wird mit diesen und vielen anderen Namen einer einmaligen Geographie vertraut, die Vereinigung eines meist ruhigen Meeres und einer steilen und sehr fruchtbaren Küste. Es wäre ungerecht, das Landesinnere Mallorcas zu vernachlässigen, ein Lebensraum, der von einzigartigem Reiz ist, da er grösstenteils vom Tourismusboom verschont geblieben ist.

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