In vielen Kirchen und Klöstern
auf Mallorca findet man Skulpturen und Bildnisse der Catalina
Thomás. Sie wurde 1531 in Valldemossa geboren und lebte
die meiste Zeit im Kloster Santa Magdalena zu Palma. Der Leichnam
der 1574 gestorbenen Nonne ist in einem gläsernen Sarg in
der Kirche Santa Magalena in Palma aufgebahrt. 1627 wurde sie
durch Papst Urban VIII heiliggesprochen. Sie ist Mallorcas einzige
Heilige. In vielen Orten sind Straßen und Plätze nach
ihr benannt.
Junipero
Serra
Miguel José Serra Ferrer
wurde am 24. 11.1713 in dem Ort Petra auf Mallorca geboren. Er
gilt als Gründer San Franciscos. Mit 16 Jahren trat er dem
Franziskanerorden bei und studierte und predigte in Palma. 1749
reiste er nach Mexiko. Hier war er 2 Jahrzehnte als Missionar
tätig. Seine Reise führte ihn von Mexiko Stadt bis zur
Baja California. In wenigen Jahren errichtete er 22 Missionsstationen.
1769 leitete er eine Expedition nach Nordkalifornien. Er gründete
unteranderem Missionsstationen in San Diego, Los Angeles und San
Francisco. Am 28. 08.1784 starb er in der Mission San Carlos in
Monterey.
Im November 1988 wurde er durch Papst Johannes Paul II selig gesprochen.
Noch heute steht eine Büste von ihm vor dem Kapitol in Washington.
Das Geburtshaus Serras kann man in Petra
besichtigen. Wenige Schritte entfernt liegt auch ein Museum zu
Ehren Junipero Serras. Man findet es in der Carrer P. Miguel de
Petra 2. Tel. 971561149. Am Eingang findet man ein Hinweisschild
mit einer Wegbeschreibung. Auf der Placa Padre Serra befindet
sich ein Denkmal mit Kachelbildern zu seiner Lebensgeschichte.
George
Sand
Die Schriftstellerin George Sand
wurde 1804 in Frankreich geboren. Die meisten kennen sie nicht
als Schriftstellerin, sondern als Begleiterin von Chopin.
Ihr bürgerlicher Name war Baronne Dupin-Dudevant. Erst nach
der Trennung von Julien Sandeau, mit dem sie zusammen einige Romane
schrieb, nannte sie sich George Sand. Als sie mit dem kranken
Chopin 1836 einen Winter auf Mallorca verbrachte, stieß
ihr auftreten bei den Mallorquinern auf Unverständnis. Man
war es nicht gewohnt, dass Frauen Männerkleidung trugen und
Zigarren rauchten. In ihrem Buch " Ein Winter auf Mallorca"
ließ sie auch kein gutes Haar an den Mallorquinern. Im Jahre
1876 starb George Sand.
Juan March
Der Name March lässt sich
auf Mallorca nicht wegdenken. Fast überall trifft man auf
ihn. Die Familie gehört zu den 10 reichsten der Welt. Fast
jeder Ort verfügt über eine Zweigstelle der Banca March.
Ausgedehnte Besitztümer auf der Insel gehören zur Familie
March. In Cala Ratjada befindet sich die Casa March. Diese wurde
1911 auf einem Hügel erbaut. In dem 60.000qm großen
Park hat die Familie im Laufe der Jahre eine stattliche Kunstsammlung
von namhaften Künstlern wie Moore, Henry und Dali zusammengetragen.
Im Rahmen einer Führung, kann man die Casa March besichtigen.
Infos bekommt man im Touristenbüro in Cala Ratjada, am Placa
de los Pinos.
Juan March wurde 1880 in Santa Margalida geboren.
Er verdiente sein Geld als Schweinehirt, hatte aber schon in jungen
Jahren den richtigen Riecher für lukrative Geschäfte.
Er baute die Schweinezucht seiner Familie aus. Als im ersten Weltkrieg
den Alliierten die Schiffe knapp wurden, kaufte er kurzerhand
spanische Reedereien auf und vermietete die Schiffe an die Engländer.
Mit Tabakschmuggel im großen Stil machte er viel Geld, mit
dem Ziel das staatliche Monopol zu unterlaufen. Einmal musste
er sich aber doch geschlagen geben. Er ging in die Politik, um
an Spaniens Spitze zu gelangen. Dieser Versuch scheiterte und
die neue Regierung erwiess sich als nicht korrupt. March wurde
1933 ins Gefängnis gesperrt, setzte sich aber mit der Gefängnisbelegschaft
nach Gibralta ab. Im Spanischen Bürgerkrieg finanzierte er
die Faschisten und war damit wieder auf der sicheren Seite. Nun
konnte er sich unter der Regierung des Franco-Regimes wieder ausschließlich
der Vermehrung seines Vermögens widmen. Er ist auch der Gründer
der Fundació Juan March.
1962 kam er im Alter von 82 Jahren bei einem Autounfall ums Leben.
Die Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof von Palma,
der von ihm selbst gebaut wurde.
Joan Miró
Der Maler und Bildhauer Joan
Miró wurde am 20.04. 1893 in Montroig, unweit von Barcelona
geboren. Er gehörte zu den größten Künstlern
seiner Epoche. Als er 1919 nach Paris reiste, kam er dort mit
dem Kubismus in Kontakt. Mit der Zeit entwickelte er seinen eigenen
Stil. In den Bildern des Malers fand man kräftige Farben,
kalligraphisch anmutende Linien, sowie organische Formen. Am liebsten
malte er in den Farben rot, blau, gelb, und schwarz. Als 1940
die deutschen Truppen nach Paris vorrückten, zog es ihn wieder
nach Spanien. Nach Ende des ersten Weltkrieges zog Miró
nach Mallorca. Zuerst wohnte er in Cala Major. Als der Tourismus
jedoch Einzug hielt, kaufte er sich ein Herrenhaus etwas oberhalb
der Küste. 1983 starb der Künstler am ersten Weihnachtsfeiertag
in seinem Wohnsitz.
1994 wurde zu seinem 100. Geburtstag das Miró
Museum auf Mallorca eröffnet. Eine seiner bekanntesten Skulpturen
die 'Personatge' steht am Placa de la Reina, unterhalb der Treppen,
die zur Kathedrale führen.
Fundació Pilar i Joan Miró
c/ Joan de Saridakis 29
Cala Major
Tel. 971701420
Im Internet: http://miro.palmademallorca.es/
Das Museum zeigt hauptsächlich Gemälde, Zeichnungen
und graphische Werke von Miró.
Ö ffnungszeiten:
Di - Sa 10.00 - 18.00 Uhr, So 10.00 - 15.00 Uhr
Son Marroig:
Herrenhaus von Ludwig Salvator von Österreich und Habsburg
Ludwig Salvator wurde 1847 als
zweiter Sohn des Herzogs Leopold von Toskana in Florenz geboren.
Er war begeisterter Schriftsteller, Forscher und Umweltschützer.
Seine Forschungsreisen führten ihn in den Vorderen Orient
und durch Südeuropa.
1867 reiste er das erste Mal nach Mallorca und bereiste die Insel
als Insektenforscher. Später veröffentlichte er sein
erstes Buch über die Fauna der Balearen. Wenige Jahre später
kehrte er zurück nach Mallorca und lebte von nun an auf der
Insel. Er kaufte sich Land an der Nordwestküste und ließ
sich dort nieder. Schnell lernte er die Inselsprache. Insgesamt
soll er 14 Sprachen beherrscht haben. Das Ergebnis seiner Forschungen
auf Mallorca war das siebenbändige Werk "Die Balearen
in Wort und Bild geschildert". Dieses wurde 1899 auf der
Weltausstellung in Paris mit einer Goldmedallie prämiert.
Salvator war ein großer Naturliebhaber und setzte sich für
den Naturschutz ein. Er kaufte große Ländereien, um
Wälder vor der Abholzung zu schützen. Es gibt etliche
Geschichten um den Erzherzog und vor allem um sein Liebesleben.
Er hatte z.B. eine Liebschaft mit der Tischlertochter Catalina
Homar, die er auch am Wiener Hof vorstellte. Catalina starb im
Jahre 1905 an Lepra. Die Krankheit hatte sie sich bei einer gemeinsamen
Reise ins Heilige Land zugezogen. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges,
musste er auf geheiss des Kaisers Mallorca verlassen und zog auf
das Familienschloß Brandais in Böhmen. Hier starb er
1915 im Alter von 68 Jahren.
Das Herrenhaus liegt ca. 7 km hinter Valldemossa
und kann besichtigt werden. Im Haus sind viele Erinnerungsstücke
an den Erzherzog ausgestellt. Darunter befinden sich auch Fotos
und Landkarten von den Reisen des Forschers. Im schön angelegten
Garten findet man den aus weißem Marmor erbauten Pavillon
hoch über dem Meer. Von hier hat man einen schönen Blick
auf den Lochfelsen Na Foradada.
Das Anwesen beherbergt auch eine Bar mit Aussichtsterrasse.
Ramón
Llull
Ramón Llull(lat.: Raimundus
Llullus) wurde um 1235 in Palma geboren. Er stammte aus einer
adligen Familie und verkehrte sogar am Hofe des Königs von
Aragón. Er führte ein bewegtes Leben und beschäftigte
sich erst spät mit Wissenschaft und Religion. Mit 30 Jahren
verkaufte er seinen gesamten Besitz und führte ein entbehrungsreiches
Leben. Ramón unternahm Pilgerreisen zum Montserrat und
nach Santiago de Compostela. Er schrieb im Laufe seines Lebens
260 Werke, die sich mit Religion, Philosophie und Naturwissenschaft
befaßten, aber auch Romane und Gedichte schrieb er. Seine
Werke wurden fast ausschließlich in catalán geschrieben.
Durch ihn wurde das Katalanische als Sprache etabliert. In den
Bergen von Valldemossa gründete er die Missionarsschule Miramar.
Ein Denkmal des Gelehrten steht beim Satuari de N. S. de Cura,
dessen Geschichte untrennbar mit dem Leben von Ramón Llull
verbunden ist. Hier gründete er eine Latainschule und verfasse
seine bedeutensten Werke. Es zählte in jener Zeit zu den
bedeutensten geistigen Zentren Europas. Noch heute beherbergt
die Bibliothek des Klosters eine Vielzahl sehr alter Bücher
und Schriften.
Im hohen Alter von 60 Jahren unternahm er eine Missionsreise nach
Tunesien und ins heutige Algerien. In der heutigen algerischen
Stadt Bejaia soll er 1315 zu Tode gesteinigt worden sein.
Dieses machte ihn zum Märtyrer und Helden Mallorcas. In der
Kirche Sant Francese in Palma befindet sich sein Grab.
Der Dichter
Robert von Ranke-Graves
Robert von Ranke-Graves wurde
1895 in England geboren. Hier studierte er im vornehmen Oxford
Philosophie und Geschichte. Nach dem ersten Weltkrieg, den er
fast nicht überlebt hätte, widmete er sich ganz der
Schriftstellerei. Weltbekannt machte ihn seine Kriegsautobiographie
Goodbye to all that. In seinem Privatleben gab es einige Turbolenzen,
liebte er doch zwei Frauen. Seine Ehefrau Nancy Nicholson, mit
der er 4 Kinder hatte und die amerikanische Schriftstellerin Laura
Riding. 1929 entschied er sich für seine Geliebte und sie
gingen nach Mallorca. In Deiá kaufte er sich ein Haus und
nannte es Can Alluny. Hier veröffentlichten die Beiden ihre
Werke im eigenen Verlag, dem The Seizin Press. Die immerwieder
schonungslose Kritik seiner Geliebten an seinen Werken, trieb
ihn in starken Selbstzweifel. 1931 verfasste er das Gedicht To
whom else?. Als das Paar im Spanischen Bürgerkrieg Mallorca
verlassen musste, trennten sich ihre Wege. Graves heiratete Beryl
Pritchard, mit der er auch vier Kinder hatte und kehrte mit ihr
nach dem Zweiten Weltkrieg nach Deiá zurück. 1934
veröffentlichte er den Romen I, Claudius. In den 50er Jahren
gelangte Graves der internationale Durchbruch. Die Homer-Übersetzung
wurde ausgezeichnet. In Mexiko bekam er 1968 die Goldmedaille
für sein Gesamtwerk. Dazu kam im gleichen Jahr die Gold Medal
für Lyrik. Nun wurde er auch zum Mitglied der American Academy
for Poets. Alles in allem sehr erfolgreiche Jahre für den
Dichter und Schriftsteller. Längst sind andere Künstler
auf den kleinen Ort in den Bergen von Mallorca aufmerksam geworden.
Viele zieht es in das kleine Graves' Haus, in dessen Nähe
Lesungen abgehalten werden. Als er 1955 Ava Gardner auf Mallorca
kennenlernte, widmete er ihr das Gedicht Nicht schlafen können
und später die Geschichte Ein Toast auf Ava Gardner.
1985 starb Robert von Ranke-Graves im Alter von 90 Jahren.
Frédéric
Chopin
Es ist wohl dem Komponisten Chopin
zu verdanken, dass das kleine Bergdorf Valldemossa der meistbesuchte
Ort Mallorcas ist. Er verbrachte zusammen mit George Sand den
Winter 1838/39 hier.
Geboren wurde Chopin 1810 in einem Ort bei Warschau. Später
zog es ihn nach Paris, wo er als Musiker und Komponist bekannt
wurde. 1838 brach er zusammen mit der Schriftstellerin George
Sand nach Mallorca auf, wo er sich eine Besserung seiner Lungenkrankheit
versprach. Sie zogen nach Establiments, nahe der Hauptstadt Palma.
Aber sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Die
ärztliche Diagnose lautete Tuberkulose. Er musste das Haus
in Establiments verlassen und ging nach Valldemossa. Hier fanden
sie ein einfaches Quartier im Kloster von Valldemossa. Während
des Aufenthaltes schrieb Chopin das "Regentropfenprélude".
George Sand schrieb hier ihr Buch "Ein Winter auf Mallorca",
in dem sie kein gutes Haar an der Insel ließ. Aber der feucht-kühle
Winter in Valldemossa war Gift für seine Gesundheit. So brachen
sie ihren Mallorcaaufenthalt vorzeitig ab. 1849 starb Chopin in
Paris.
Heute kann man die Zellen, in denen Chopin und Sand lebten im
Kloster von Valldemossa besichtigen. Auch findet jedes Jahr an
den August-Sonntagen ein Chopin-Festival in der Kartause von Valldemossa
statt. Der Kartenverkauf erfolgt im Kloster. Tel. 971612351..