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Reisebericht - Floßfahrt auf dem Klarälven in Schweden

Auf dem Fluß

Tag 5
Ich bin schon früh wach und kontrolliere als erstes ob unser Floß noch da ist und nicht zu sehr auf Grund liegt. Aber es ist alles ok. Also koche ich erstmal Kaffee und genieße die Stille. Nach und nach kommen auch Marion und die Kinder aus dem Zelt. Geschlafen haben wir alle gut. Nun bereiten wir auf dem Floß das Frühstück vor, danach geht es zum waschen in den kühlen Fluss. So gegen 10 .00 Uhr sind wir abfahrbereit und ein neuer Tag auf dem Fluss beginnt.

Bis auf einen kurzen Schauer haben wir super Wetter und die Floßfahrt macht richtig Spaß. Gegen Mittag passen wir nicht auf und werden hinter einer Biegung aus der Strömung heraus in Kehrwasser getrieben. Nun geht gar nichts mehr, wir treiben auf der Stelle. Zum staken ist es zu tief, also greifen wir zu den Paddeln. Aber 4 Tonnen mit kleinen Paddeln zu bewegen ist nicht einfach und es ist doch ein gewisser Kraftakt notwendig, bis wir wieder in der Hauptströmung sind. Nun geht es geruhsam weiter. Chris hat sich ins Zelt verkrochen und liest Harry Potter..

Julian und ich angeln. Leider ohne Glück und Marion macht sich Gedanken über Ihren nächsten Toilettengang, denn einfach mal so anlegen ist nicht. Auch die Landschaft beeindruckt uns immer wieder. Geräuschlos treiben wir auf dem spiegelglatten Fluss. Das Ufer wird immer noch von Bergen und endlosen tiefgrünen Wäldern bestimmt. Überdacht von einem blauen Himmel, mit einzelnen Wolken, der sich perfekt im Fluss wiederspiegelt.
Flußlandschaft
Marions Toilettenproblem hat sich auch gelöst. Die Floßmitte wurde zur Damentoilette ernannt. Gegen Nachmittag sehen wir dann auch unseren ersten Biber. Er schwimmt einige Zeit mit uns mit, bevor es abtaucht und verschwindet. Den Tag auf dem Floß verbringen wir mit lesen, angeln, sonnenbaden, relaxen, Kaffeetrinken usw. Hin und wieder müssen wir einschreiten und das Floß auf Kurs halten. Gegen Abend passen wir dann nicht richtig auf und kommen zu dicht ans Ufer.

Wir haben eine der langen Staken an unser Überdach am Floß gestellt. Dieser verfängt sich mit einem lauten Krachen in einem der überhängenden Bäume und uns wird fast das Überdach weggefegt. In letzter Sekunde können wir die Stake runternehmen. Unser Überdach hat aber trotzdem gewaltig etwas abgekommen und muss gerichtet werden.
abendstimmung auf dem Floss
Mit dem Suchen eines Übernachtungsplatzes machen wir uns heute keinen Stress. Der Fluss wird ihn uns schon zeigen. Und so gegen 08.00 Uhr erreichen wir eine Sandbank, auf der auch schon 2 andere Gruppen Ihr Nachtlager aufgeschlagen haben. Aber die Sandbank ist groß und es gibt kein Gedränge. Marion und ich bauen das Zelt auf und bereiten das Abendessen vor. Julian ist mit seinem Pappklo unterwegs und Chris sucht Feuerholz. Den Rest des Abends verbringen wir mit baden, angeln, abwaschen usw.

Gegen 11.00 Uhr machen wir nun ein Lagerfeuer und es gibt gegrillten Speck und einen Drink, wie soll es anders sein. Um 12.30 Uhr ist es immer noch nicht dunkel und wir gehen ins Zelt.



Tag 6
Heute ist es am morgen leider etwas bewölkt und einige heftige Regenschauer erwischen uns. Nun hat sich auch Chris dem Angelteam angeschlossen. Leider verheddern sich bei Chris die Angelschnüre andauernd und ich bin die meiste Zeit damit beschäftigt, diese dann wieder zu richten.

Auch hält uns der Fluss heute in Atem. Öfter geraten wir aus der Hauptströmung und müssen rudern oder das Ufer kommt uns gefährlich nahe und es muss gestakt werden. Auch Sandbänke treten öfters auf und verlangen unsere Aufmerksamkeit. Gegen Mittag sehen wir vor uns zwei Flöße, die mitten auf dem Fluss festsitzen. Wir sind gewarnt, was uns aber auch nichts nützt, auch wir landen auf der Sandbank, aber nicht weit von der Fahrrinne entfernt.

Zuerst helfen wir zwei schwedischen Mädchen. Diese sind schon ziemlich am Ende und haben schon angefangen das Floß auseinander zu bauen um leichter freizukommen. Aber mit vereinten Kräften gelingt es uns sie in die Fahrrinne zu schieben. Einer anderen deutschen Familie helfen wir ebenfalls. So nun sind alle weg, bloß wir stecken noch fest. Aber es gelingt uns selbst herauszukommen. Das Wasser ist nun sehr flach und wir müssen immer wieder aufpassen und öfters zu den Staken greifen. Die Kinder nutzen das flache Wasser um während der Fahrt zu baden.

flossfahrt in schwedenUnsere Vorräte neigen sich dem Ende, aber es kommt heute noch eine Brücke, dort soll es eine kleine Ortschaft mit einem Laden geben. Laut Karte können wir hinter der nächsten Flussbiegung die Brücke sehen. Die Kinder schwelgen in Naschträumen, wir könnten unsere zur Neige gehenden Zigaretten auffüllen und anstatt Nudeln ein schönes Stück Grillfleisch wäre auch nicht schlecht. Da wir inzwischen wissen, das es nicht einfach ist an einer gewünschten Stelle mit dem Floß zu landen, bereiten wir uns vor. Das Seil zum festmachen wird neu gerollt und zurecht gelegt.

Früh verlassen wir die Hauptströmung in der Flussmitte Richtung Ufer. Die Brücke kommt näher und wir sind in einer guten Ausgangssituation zum landen. Nun haben wir die Brücke erreicht, aber auch am Ufer ist die Strömung stark und kein Baum zum fest machen in Sicht. Und dann ist die Brücke auch schon wieder vorbei. Kein Naschi, Zigaretten werden aufgeteilt und heute Abend gibt es Nudeln.
flossfahrt
Aber auch den Flößern, die hinter uns kommen scheint es nicht zu gelingen an der Brücke anzulegen. Naja was soll‘s. Auf der anderen Seite des Flusse sehen wir einen schönen Platz zum anlegen. Große Steine bieten sich zum festmachen des Floßes an. Also ab an die Paddel und das Floß auf die andere Seite bringen. Dort angekommen, springe ich mit dem Seil ans Ufer. Zum Festmachen nutze ich einen riesigen Felsbrocken. Schnell schlinge ich das Seil um den Fels, das Floß zieht ordentlich in der Strömung. Und da – der Fels gibt nach und wird aus dem Boden gerissen. Sch……
Schnell kommt Marion mit einem zweiten Seil ans Ufer gesprungen. Und so stehen wir nun da. Marion und ich an Land, bemüht das Floß zu halten und Chris und Julian alleine auf dem Floß. Nun ist guter Rat teuer. Ich sage zu Marion sie soll schnell zurück aus Floß, ich versuche das Floß noch etwas zu halten und springe, stolpere und fliege über die Steine zurück auf‘s Floß und kann es in letzter Sekunde mit einem Sprung erreichen, bevor es der Fluss endgültig in die Strömung aufnimmt und weiter zieht. Zweiter Versuch gescheitert. Nach einiger Zeit treiben wir auf eine Sandbank. Bequem steigen wir aus und machen eine Pause, trinken in Ruhe Kaffee, machen was zu essen, baden und angeln. Nach unserer wohlverdienten Pause geht es weiter. Wir haben beschlossen heute Nacht auf dem Floß zu schlafen. Wir haben keine große Lust das Zelt aufzubauen, außerdem wollen wir morgen zeitig aufbrechen. Morgen ist unser letzter Tag auf dem Floß und wir wollen früh am Ziel sein, da wir das Floß noch demontieren müssen. Also genießen wir bei super Wetter den Rest des Tages. Als es anfängt zu dämmern machen wir uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht. Nach zwei vergeblichen Versuchen anzulegen, schaffen wir es, das Floß vernünftig am Ufer zu vertauen. Auf der großen Luftmatratze machen wir es uns gemütlich. Es gibt einen herrlichen Sonnenuntergang, Biber ziehen um unser Floß, einfach herrlich. Morgen wird bestimmt super Wetter.

übernachten auf dem Floss

Tag 7
Der letzte Tag auf dem Floß. Leider ist das Wetter heute sehr schlecht. Es ist wolkenverhangen und regnet die ganze Zeit. Die Kinder bleiben den ganzen Tag unter dem Überdach, schlafen, lesen oder dösen. Marion und ich haben uns warm angezogen und stehen im Regen. Auch heute müssen wir oft eingreifen. Der Fluss ist breiter geworden und es ist dazu auch noch windig. Die Sandbänke treten öfter auf und reichen oft bis in die Mitte des Flusses. Wir müssen immer aufpassen das wir uns nicht auf Sandbänken festzufahren.

Der Tag zieht sich so dahin. Am späten Nachmittag nähern wir uns dem Ziel und das Wetter setzt noch einen drauf. Bei Blitz und Donner sowie sinnflutartigem Regen erreichen wir das Ziel. Am letzten Tag sind wir und unsere Sachen komplett nass geworden. Aber egal, nass ist nass und nicht zu ändern. Nachdem wir angelegt haben, entladen wir das Floß und beginnen es auseinanderzubauen.
Flossabbau
Diese geht aber recht schnell, da wir nur die Seile lösen müssen und die Baumstämme werden in den Fluss geschoben. Sie treiben in eine Holzfalle, wo sie gesammelt werden.

Nach zwei Stunden haben wir es völlig durchnässt geschafft. Das Floß ist demontiert, wir haben uns frische Sachen angezogen und der Rest ist völlig nass und klamm im Auto verstaut. Wir wollen jetzt weiter nach Norden und uns auf einem Campingplatz eine Hütte mieten. Die Floßfahrt hat uns sehr gut gefallen und wir wollen es unbedingt noch einmal machen, dann aber die 7 Tages Tour. Wir können dieses Abenteuer nur weiterempfehlen, es ist echt super. Auch für die Kinder, abseits von TV, Playstation oder Gameboy
Weitere Information zu einer Floßfahrt auf dem Klarälven, sowie zu den Preisen und verschiedenen Touren erhalten Sie auch im Internet unter: www.vildmark.se

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