Julian und ich angeln. Leider
ohne Glück und Marion macht sich Gedanken über Ihren nächsten
Toilettengang, denn einfach mal so anlegen ist nicht. ?
Auch die Landschaft beeindruckt uns immer wieder. Geräuschlos
treiben wir auf dem spiegelglatten Fluss.
Das Ufer wird immer noch von Bergen und endlosen tiefgrünen
Wäldern bestimmt.
Überdacht von einem blauen Himmel, mit einzelnen Wolken, der
sich perfekt im Fluss wiederspiegelt.
Marions Toilettenproblem hat
sich auch gelöst. Die Floßmitte wurde zur Damentoilette
ernannt.
Gegen Nachmittag sehen wir dann auch unseren ersten Biber. Er schwimmt
einige Zeit mit uns mit, bevor es abtaucht und verschwindet. Den
Tag auf dem Floß verbringen wir mit lesen, angeln, sonnenbaden,
relaxen, Kaffeetrinken usw. Hin und wieder müssen wir einschreiten
und das Floß auf Kurs halten. Gegen Abend passen wir dann
nicht richtig auf und kommen zu dicht ans Ufer.
Wir haben eine der langen Staken an unser Überdach am Floß
gestellt. Dieser verfängt sich mit einem lauten Krachen in einem
der überhängenden Bäume und uns wird fast das Überdach
weggefegt. In letzter Sekunde können wir die Stake runternehmen.
Unser Überdach hat aber trotzdem gewaltig etwas abgekommen und
muss gerichtet werden
Mit dem Suchen eines Übernachtungsplatzes
machen wir uns heute keinen Stress. Der Fluss wird ihn uns schon zeigen.
Und so gegen 08.00 Uhr erreichen wir eine Sandbank, auf der auch schon
2 andere Gruppen Ihr Nachtlager aufgeschlagen haben. Aber die Sandbank
ist groß und es gibt kein Gedränge. Marion und ich bauen
das Zelt auf und bereiten das Abendessen vor. Julian ist mit seinem
Pappklo unterwegs und Chris sucht Feuerholz. Den Rest des Abends verbringen
wir mit baden, angeln, abwaschen usw.
Gegen 11.00 Uhr machen wir nun
ein Lagerfeuer und es gibt gegrillten Speck und einen Drink, wie soll
es anders sein. Um 12.30 Uhr ist es immer noch nicht dunkel und wir
gehen ins Zelt.
26. Juli
2007
Heute ist es am morgen leider etwas bewölkt
und einige heftige Regenschauer erwischen uns. Nun hat sich auch
Chris dem Angelteam angeschlossen. Leider verheddern sich bei Chris
die Angelschnüre andauernd und ich bin die meiste Zeit damit
beschäftigt, diese dann wieder zu richten.
Auch hält uns der
Fluss heute in Atem. Öfter geraten wir aus der Hauptströmung
und müssen rudern oder das Ufer kommt uns gefährlich nahe
und es muss gestakt werden. Auch Sandbänke treten öfters
auf und verlangen unsere Aufmerksamkeit. Gegen Mittag sehen wir vor
uns zwei Flöße, die mitten auf dem Fluss festsitzen. Wir
sind gewarnt, was uns aber auch nichts nützt, auch wir landen
auf der Sandbank, aber nicht weit von der Fahrrinne entfernt.
Zuerst helfen wir zwei
schwedischen Mädchen. Diese sind schon ziemlich am Ende und haben
schon angefangen das Floß auseinander zu bauen um leichter freizukommen.
Aber mit vereinten Kräften gelingt es uns sie in die Fahrrinne
zu schieben. Einer anderen deutschen Familie helfen wir ebenfalls.
So nun sind alle weg, bloß wir stecken noch fest. Aber es gelingt
uns selbst herauszukommen. Das Wasser ist nun sehr flach und wir müssen
immer wieder aufpassen und öfters zu den Staken greifen. Die
Kinder nutzen das flache Wasser um während der Fahrt zu baden.
Unsere Vorräte neigen sich dem Ende, aber es kommt heute noch eine
Brücke, dort soll es eine kleine Ortschaft mit einem Laden geben. Laut
Karte können wir hinter der nächsten Flussbiegung die Brücke
sehen. Die Kinder schwelgen in Naschträumen, wir könnten unsere
zur Neige gehenden Zigaretten auffüllen und anstatt Nudeln ein schönes
Stück Grillfleisch wäre auch nicht schlecht. Da wir inzwischen
wissen, das es nicht einfach ist an einer gewünschten Stelle mit dem
Floß zu landen, bereiten wir uns vor. Das Seil zum festmachen wird
neu gerollt und zurecht gelegt.
Früh verlassen wir die Hauptströmung in der Flussmitte Richtung
Ufer. Die Brücke kommt näher und wir sind in einer guten Ausgangssituation
zum landen. Nun haben wir die Brücke erreicht, aber auch am Ufer ist
die Strömung stark und kein Baum zum fest machen in Sicht. Und dann
ist die Brücke auch schon wieder vorbei. Kein Naschi, Zigaretten werden
aufgeteilt und heute Abend gibt es Nudeln.
Aber auch den Flößern, die hinter
uns kommen scheint es nicht zu gelingen an der Brücke anzulegen.
Naja was soll‘s. Auf der anderen Seite des Flusse sehen wir einen
schönen Platz zum anlegen. Große Steine bieten sich zum festmachen
des Floßes an. Also ab an die Paddel und das Floß auf die
andere Seite bringen. Dort angekommen, springe ich mit dem Seil ans Ufer.
Zum Festmachen nutze ich einen riesigen Felsbrocken. Schnell schlinge
ich das Seil um den Fels, das Floß zieht ordentlich in der Strömung.
Und da – der Fels gibt nach und wird aus dem Boden gerissen. Sch……
Schnell kommt Marion mit einem zweiten Seil ans Ufer
gesprungen. Und so stehen wir nun da. Marion und ich an Land, bemüht
das Floß zu halten und Chris und Julian alleine auf dem Floß.
Nun ist guter Rat teuer.
Ich sage zu Marion sie soll schnell zurück aus
Floß, ich versuche das Floß noch etwas zu halten und springe,
stolpere und fliege über die Steine zurück auf‘s Floß
und kann es in letzter Sekunde mit einem Sprung erreichen, bevor es der
Fluss endgültig in die Strömung aufnimmt und weiter zieht.
Zweiter Versuch gescheitert. Nach einiger Zeit treiben
wir auf eine Sandbank. Bequem steigen wir aus und machen eine Pause, trinken
in Ruhe Kaffee, machen was zu essen, baden und angeln.
Nach unserer wohlverdienten Pause geht es weiter. Wir
haben beschlossen heute Nacht auf dem Floß zu schlafen. Wir haben
keine große Lust das Zelt aufzubauen, außerdem wollen wir
morgen zeitig aufbrechen. Morgen ist unser letzter Tag auf dem Floß
und wir wollen früh am Ziel sein, da wir das Floß noch demontieren
müssen.
Also genießen wir bei
super Wetter den Rest des Tages. Als es anfängt zu dämmern
machen wir uns auf die Suche nach einem Platz für die Nacht.
Nach zwei vergeblichen Versuchen anzulegen, schaffen wir es, das Floß
vernünftig am Ufer zu vertauen. Auf der großen Luftmatratze
machen wir es uns gemütlich.
Es gibt einen herrlichen Sonnenuntergang, Biber ziehen um unser Floß,
einfach herrlich.
Morgen wird bestimmt super Wetter.
27. Juli 2007
Der letzte Tag auf dem
Floß. Leider ist das Wetter heute sehr schlecht. Es ist wolkenverhangen
und regnet die ganze Zeit.
Die Kinder bleiben den ganzen Tag unter dem Überdach, schlafen, lesen
oder dösen. Marion und ich haben uns warm angezogen und stehen im
Regen. Auch heute müssen wir oft eingreifen. Der Fluss ist breiter
geworden und es ist dazu auch noch windig. Die Sandbänke treten öfter
auf und reichen oft bis in die Mitte des Flusses. Wir müssen immer
aufpassen das wir uns nicht auf Sandbänken festzufahren.
Der Tag zieht sich so dahin. Am späten
Nachmittag nähern wir uns dem Ziel und das Wetter setzt noch
einen drauf. Bei Blitz und Donner sowie sinnflutartigem Regen erreichen
wir das Ziel. Am letzten Tag sind wir und unsere Sachen komplett nass
geworden. Aber egal, nass ist nass und nicht zu ändern. Nachdem
wir angelegt haben, entladen wir das Floß und beginnen es auseinanderzubauen.
Diese geht aber recht schnell, da
wir nur die Seile lösen müssen und die Baumstämme werden
in den Fluss geschoben. Sie treiben in eine Holzfalle, wo sie gesammelt
werden.
Nach zwei Stunden haben wir
es völlig durchnässt geschafft. Das Floß ist demontiert,
wir haben uns frische Sachen angezogen und der Rest ist völlig
nass und klamm im Auto verstaut.
Wir wollen jetzt weiter nach Norden und uns auf einem Campingplatz
eine Hütte mieten.
Die Floßfahrt hat uns sehr gut gefallen und wir wollen es unbedingt
noch einmal machen, dann aber die 7 Tages Tour. Wir können dieses
Abenteuer nur weiterempfehlen, es ist echt super. Auch für die
Kinder, abseits von TV, Playstation oder Gameboy
Weitere Information zu einer Floßfahrt
auf dem Klarälven, sowie zu den Preisen und verschiedenen Touren
erhalten Sie auch im Internet unter: www.vildmark.se